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Zustand und Gelände

von Ute Adamczewski

19.09.2021 14:00 Uhr +online
Wir blicken aus einem Zugfenster, die Kamera gleitet über die Landschaft, nach einiger Zeit erreichen wir einen Bahnhof. Weitere Orte, Landschaften und Plätze ziehen in Zustand und Gelände an uns vorbei. Gedreht in den vergangenen Jahren in Sachsen, also in der heutigen Zeit. Die Tonebene führt uns zurück in die Vergangenheit der gezeigten Orte. Im Zentrum stehen sogenannte wilde Konzentrationslager, improvisierte Lager und Gefängnisse aus der Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Sachlich werden Dokumente von bürokratischen Ortsvorstehern, nüchterne Zeitungsartikel oder Berichte von Augenzeugen gelesen. Die umfangreiche Recherche dieses filmischen Essays knüpft ein detailreiches Bild aus vielfältigen Ebenen. In der Erinnerungskultur wenig präsente Orte rücken in unseren Fokus. Dokumente, die in Archiven lagern entwickeln durch die filmische Bearbeitung eine greifbare Präsenz. Der Kinosaal wird so zum Erinnerungs- und Imaginationsraum zugleich. Schon der Titel des Films beschreibt eine Diskrepanz zwischen zwei Ebenen. Die sich wechselnden gesellschaftlichen Zustände stehen dem statischen Gelände der Orte und Landschaften gegenüber. Eine weitere Ebene legt der Film durch Bilder von verschiedenen Mahnmalen offen. Widmungen und gedachte Opfergruppen wurden auf den Inschriften immer wieder verändert. Hier wird die umkämpfte Deutungshoheit geschichtlicher Ereignisse bis in die heutige Zeit sichtbar. Dies ist sicher nur ein Aspekt, welcher „Zustand und Gelände“ zu einem eigenen Zeitdokument werden lässt.
Von Nils Menrad

  • Titel: Zustand und Gelände
  • Von: Ute Adamczewski
  • Sprachen: deutsch
  • Produktionsland: Deutschland
  • Länge: 119 Min.
  • Untertitel: Keine

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