Strangers

von Laura Kansy / Oskar Zoche

01.06.2019 15:00 Uhr
Zwei Menschen stehen sich vor einem schwarzen Hintergrund gegenüber. Eine Stimme aus dem Off zählt rückwärts bis auf Null. Was nun folgt, ist nicht die gewaltige und explosionsartige Zündung einer Rakete, sondern ein Augenaufschlag. Zwei bisher fremde Menschen aus Indien blicken sich in die Augen, vor unseren Augen und damit vor der Kamera von Laura Kansy und Oskar Zoche. In ihrer filmischen Versuchsanordnung stehen insgesamt vier Menschen aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten und mit verschiedenen religiösen Hintergründen. Jiaul, der als Muslim Respekt gegenüber Minderheiten fordert und Ram, der in Armut lebt, obwohl er in die höchste hinduistische Kaste geboren wurde. Beide gehören zu den älteren Protagonisten. Manoji ist obdachlos und verkauft Drogen auf der Straße, während Tashi als Studentin mit ihrer Rolle als Frau in der indischen Gesellschaft kämpft. Sie gehören der jüngeren Generation an. Alle stehen sich in verschiedenen Konstellationen gegenüber, blicken sich neugierig und verlegen an, tauschen Erfahrungen aus und treten in einen Dialog. Lebenserfahrungen und Konflikte werden ebenso ausgetauscht wie schüchterne Blicke und freundschaftliche Gesten. Der Schwarze Raum bleibt zwar ordnendes Element des Films, wird jedoch immer wieder verlassen, um die Protagonisten in ihrem Alltag zu begleiten. Sie stellen den rein sprachlich ausgetauschten Erzählungen der Protagonisten eine konkrete Entsprechung in deren Realität gegenüber. Hierdurch gewinnen wir einen persönlichen Einblick an indischer Normalität.
Von Nils Menrad

  • Titel Strangers
  • Von Laura Kansy / Oskar Zoche
  • Sprachen Englisch, Hindi, Bengali
  • Produktionsland Deutschland
  • Länge 75 Min.
  • Untertitel Deutsch
  • Kontakt E-Mail laura.kansy@gmx.de
  • Kontakt oskar.zoche@googlemail.com