Robert

Takashi Kunimoto

Dokumentarfilm

  • Sprachen: Deutsch, Japanisch, Polnisch
  • Produktionsland: Deutschland
  • Länge: 51
  • Untertitel: Deutsch
  • 9. Mai
  • 17:00 H
  • Kinemathek Karlsruhe
Ticket
Robert
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Der Dokumentarfilm "Robert" ist ein Langzeitporträt, das die Jahre von 2015 bis 2022 umspannt. Im Zentrum steht Robert, ein Mann, der in Braunschweig auf der Straße lebt, obdachlos ist und aus Polen stammt. Trotz seiner sichtbaren Präsenz in den Straßen ist er gleichzeitig für die Gesellschaft unsichtbar. Takashi Kunimoto stellt in seiner Muttersprache Japanisch wiederholt Fragen und spricht Robert dabei direkt an. Diese Fragen und Ansprachen ähneln Tagebucheinträgen: "Robert, wo bist du jetzt?" oder "Wenn es kalt wird, bist du irgendwohin verschwunden. Sobald es warm wird, bist du wieder aufgetaucht". Sie reflektieren die komplexen Strukturen zwischen Takashi Kunimoto und Robert. Der Filmemacher nimmt aufgrund seiner Rolle eine machtvollen Position ein, während Robert als Subjekt des Films der Kamera ausgeliefert ist, aber zugleich bestimmte Aufnahmen vorschlägt. Diese Dynamik wird im Film reflektiert, während der Filmemacher seine eigene Rolle kritisch hinterfragt und die Ethik des Filmemachens in den Blick nimmt. Die Kamera kommt Robert dabei immer wieder ganz nah, zeigt seinen Körper mit all seinen Wunden und Narben. Im Verlauf des Films übernimmt Takashi Kunimoto auch praktische Aufgaben für Robert, kauft für ihn ein oder besucht ihn im Krankenhaus . Doch diese Nähe wirft neue Fragen auf: Wo liegt die Grenze zwischen Hilfe und Eingriff? Welche Verantwortung trägt der Filmemacher gegenüber seinem Protagonisten? "Robert" zeichnet ein einfühlsames Porträt eines Manns am Rand der Gesellschaft und wirft dabei wichtige Fragen über Macht, Ethik und Verantwortung in der Dokumentarfilmproduktion auf.

Von Carmen Beckenbach

Takashi Kunimoto
Takashi Kunimoto wuchs in Japan auf. Nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima beschloss er, nach Deutschland zu ziehen. Bevor er 2012 nach Braunschweig zog, studierte Kunimoto Soziologie in Tokyo und beschäftigte sich mit Dokumentarfilmen. Neben der Medienproduktion organisierte er vielfältige medienpädagogische Projekte mit Jugendlichen. An der HBK Braunschweig studierte er Freie Kunst (Film und Raumkonzept). Seine Installationen und Filme wurden in Deutschland und Japan gezeigt (Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, European Media Art Festival, Image Forum Festival u.v.m.).

Takashi Kunimoto
Takashi Kunimoto wuchs in Japan auf. Nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima beschloss er, nach Deutschland zu ziehen. Bevor er 2012 nach Braunschweig zog, studierte Kunimoto Soziologie in Tokyo und beschäftigte sich mit Dokumentarfilmen. Neben der Medienproduktion organisierte er vielfältige medienpädagogische Projekte mit Jugendlichen. An der HBK Braunschweig studierte er Freie Kunst (Film und Raumkonzept). Seine Installationen und Filme wurden in Deutschland und Japan gezeigt (Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, European Media Art Festival, Image Forum Festival u.v.m.).