Olanda

von Bernd Schoch

31.05.2019 21:15 Uhr
Angelegt als eine Sammlung kleinerer und größerer Geschichten, steht im Zentrum ein saisonales Wirtschaftsgut der rumänischen Südkarpaten: der Pilz. Um ihn zu ernten, bilden sich in den Sommer- und Herbstmonaten temporäre Zweckgemeinschaften. Die jährliche Pilzsuche ist für viele der PflückerInnen eine Haupteinnahmequelle, auf die sie und ihre Familien angewiesen sind. Auf provisorischen Campingplätzen verweilen sie monatelang zwischen dichten Nadelwäldern und der Transalpina- Straße. Der Großteil des mühsam Gesammelten wird vor Ort von Händlern abgenommen, die die Pilze für ein Vielfaches des Geldes ins Ausland verkaufen. Die Nachfrage bestimme den gezahlten Preis, so argumentieren die Händler. Der Filmemacher folgt den PilzsammlerInnen eine ganze Saison lang und beleuchtet anhand einer rhizomatischen Erzählstruktur ihre unterschiedlichen Motivationen und Umstände. In einprägsamen, teils poetischen und ins Detail gehenden Bildern, einem unterirdisch wuchernden Myzel gleich, dringt der Film zudem tief in die Seele des waldigen Ortes und seine Dunkelstellen ein. Und so wird der Pilz zum narrativen Modell des Spiels zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem.
Von Christine Reeh-Peters

  • Titel Olanda
  • Von Bernd Schoch
  • Sprachen Rumänisch
  • Produktionsland Deutschland
  • Länge 154 Min.
  • Untertitel Deutsch