Mein erster Cyberkrieg

Jedes Jahr findet in Tallinn die größte Cyber-Kriegsübung der Welt statt. Die 800 Teilnehmer versammeln sich jedoch nicht auf einem Truppenübungsplatz oder einer Kaserne: Soldaten, IT-Experten, Diplomaten und Juristen treffen sich in einem mit Computertechnik vollgestopften Hotel. Schon die Wahl des Ortes lässt darauf schließen, dass der moderne Krieg nicht unserer traditionellen Vorstellung entspricht. Auch Journalisten werden nicht ausgeschlossen und abgeschirmt, sondern sind wie der Autor dieser Hördokumentation Teil des Ganzen. Schimmeck wurde eingeladen, für die „Weißen“ zu arbeiten und wird Berichterstatter einer fiktiven Zeitung. Er soll die teilnehmenden NATO-Partner, die „Blauen“, unter Druck setzten und Angriffe der „Roten“ publik machen. Schnell wird hierbei klar, dass der virtuelle Krieg sich in Teilen auch auf öffentlichen Wahrnehmung und mediale Präsenz konzentriert. Schimmeck nimmt uns nicht nur mit ins Hauptquartier der Übung, sondern reflektiert auch seine eigene Rolle als Journalist. In einer Doppelfunktion lässt er uns am Kriegsspiel teilhaben und spricht mit Hackern, Presseoffizieren und anderen Journalisten über die Übung und deren Hintergründe.

Text von Nils Menrad

Diese Arbeit wurden beim dokKa Festival 2018 präsentiert:
31.05.2018 17:00 Uhr