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Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist

von Sabine Herpich

Online ab 30.09.2020 19:00 Uhr
Ein weiße Blatt Papier ist zu sehen, eine erste Idee in Form von Strichen entwickelt sich, dann kommt Farbe hinzu und Strukturen bilden sich. Künstler*innen werden bei ihrer Arbeit in einer Kunstwerkstatt beobachtet. Mit den Bildern und Objekten entstehen Handschriften und Arbeitsprozesse werden sichtbar. Es werden Titel gesucht, Ausstellungen geplant und die Werke verkauft. Der Film von Sabine Herpich portraitiert die „Spandauer Kunstwerkstatt für Menschen mit Behinderung“. Ziemlich schnell wird deutlich, dass die verschiedenen Einschränkungen der Künstler*innen für ihre Arbeit keine Rolle spielen. Zwar ist der Rahmen des kreativen Arbeitens durch das vorhandene Material und die Arbeitszeiten gewissermaßen vorgegeben, für den eigentlichen künstlerischen Prozess spielen sie jedoch keine Rolle. Interpretationen und didaktische Hinweise der Mitarbeiter*innen der Werkstatt werden von den Schaffenden teils mit achselzuckendem Unverständnis ignoriert, umgedeutet oder nach eigenen Maßstäben interpretiert. All diese Beobachtungen finden ohne Interviews statt und folgen geduldig den routinierten Abläufen vor Ort und erzählen damit viel mehr als den Alltag in einer Kunstwerkstatt. „Kunst wirkt entgiftend, Kunst kann man nicht umarmen, Kunst heißt der Hahn“ lautet dementsprechend auch der Untertitel des Films nach einem Text der Künstlerin Suzy van Zehlendorf die an einem Modell dem Bode Museums seine Hässlichkeit nehmen möchte.
Von Nils Menrad

Sabine Herpich