Galapagos-Kreuzblende. Mehrkanal-Klanginstallation

Von Antje Vowinckel
Wenn im Radio der Pegel des einen Stücks heruntergezogen und der des darauffolgenden geöffnet wird, spricht man von einer „Kreuz-“ oder „Tonblende“. Einen weiteren Einsatz findet diese Technik , wenn zwei Musikstücke aneinandergrenzen und der Moderator mit seinem Text erst einsetzt, wenn im ersten Stück der Refrain beendet ist und wenn er ihn beendet, bevor der Gesang im zweiten Stück angefangen hat. Eben jene Form der Blende findet sich in der Mehrkanal- Klanginstallation von Antje Vowinckel, oder wie sie selbst schreibt: „Das Werk simuliert eine 36 Minuten lange Kreuzblende zwischen Wissenschaft und Klangkunst und bildet somit einen ‚Hybrid sonor‘.“ Acht Lautsprecherboxen, die auf dem Boden und im Raum verteilt sind, erschaffen einen Klangraum der besonderen Art. Neben Anmerkungen und Erklärungen des Ornithologen Frank D. Steinheimer, der über die Galapagos-Insel und die dortigen Artenbildung bei Vögeln spricht, sind Originalaufnahmen von Finken zu hören. Zuerst sind diese Töne nur illustrativer Art, entwickeln dann aber im Laufe der Zeit und mittels Verfremdung eigene musikalische Texturen. Ergänzt wird diese Klangkulisse durch die Eigengeräusche von schwarzen Plastikeiern, die sich in den Lautsprecherboxen befinden und durch die Schwingungen der Töne in Bewegung versetzt werden und Geräusche erzeugen.
Von Carmen Beckenbach

Diese Arbeit wurden beim dokKa Festival 2018 präsentiert:
03.06.2018 13:30 Uhr

Das Gespräch mit Diskussion zur Arbeit:
http://www.dokublog.de/mp3/dokka-5-galapagos-kreuzblende

  • Von Antje Vowinckel
  • Produktionsland Deutschland
  • Länge 35 Min.