Faked Science - ein Feature über Manipulation und Betrug in der Wissenschaft

Von Gabriele Knetsch
Der niederländische Sozialpsychologe Diederik Stapel war ein angesehener Forscher. Seine Studien erschienen in Fachzeitschriften, wurden in der Zeit, bei Spiegel Online oder gar in der New York Times kommentiert. Der 50-Jährige war Professor, Doktorvater, sogar Dekan. Doch im Jahr 2011 stellte sich heraus: ein Betrüger. Zunächst schönte Diederik Stapel die Ergebnisse seiner Daten, später dachte er sie sich einfach aus. Mehr als 50 Publikationen waren Fälschungen. Wie kommt ein Wissenschaftler mit vormals hohen Idealen dazu Daten zu erfinden, und wieso fällt sein Betrug über so lange Zeit überhaupt gar nicht auf? Stapel ist das beunruhigende Symptom eines Systems, in dem es längst nicht mehr nur um Erkenntnis, sondern gleichzeitig um immer spektakulärere und publikumswirksamere Ergebnisse geht. Es wird eine Branche beschrieben, in der immer wieder hohe Geldsummen auf dem Spiel stehen – Drittmittel, Fördergelder, Industriesponsoring –, sodass oft nachgeholfen werden muss, um oben zu bleiben. Fake gibt es nicht nur bei den News – sondern auch bei Science.
Von Christine Reeh-Peters

Diese Arbeit wurden beim dokKa Festival 2018 präsentiert:
03.06.2018 11:00 Uhr

Das Gespräch mit Diskussion zur Arbeit:
http://www.dokublog.de/mp3/dokka-5-faked-science

  • Von Gabriele Knetsch
  • Produktionsland Deutschland
  • Länge 53 Min.