Das leere Grab

Agnes Lisa Wegner, Cece Mlay

Dokumentarfilm

  • Sprachen: Swahili, Deutsch, Englisch
  • Produktionsland: Deutschland, Tansania
  • Länge: 97
  • Untertitel: Deutsch
  • 8. Mai
  • 19:00 H
  • Kinemathek Karlsruhe
Ticket
  • 9. Mai
  • 19:00 H
  • Schauburg
Ticket
Das leere Grab

Der junge Anwalt John Makarius Mbano und seine Frau, die Geschichtslehrerin Cesilia aus Tansania, sind auf der Suche nach den Gebeinen ihres Urgroßvaters, der unter deutscher Kolonialherrschaft ermordet wurde. Nach der Beerdigung exhumierte man die Leiche und brachte den Schädel zu rassistischen Forschungszwecken nach Deutschland. Dort liegt er, wie viele andere Gebeine, in einem von tausenden von Kartons in einer deutschen Institution. Das Thema Restitution wird zwar seit einiger Zeit immer breiter diskutiert, bleibt aber für die meisten abstrakt. "Das leere Grab" ermöglicht uns, mit einer menschlichen Perspektive auf dieses Thema zu blicken, und zeigt, wie wichtig und überfällig eine Aufarbeitung ist. Das tansanisch-deutsche Regieduo folgt hierbei auch den Anstrengungen einer seit 40 Jahren in Berlin lebenden Tansanierin und einem Aktivisten. Beide kämpfen für eine größere Zugänglichkeit der Lager und forschen nach Hinterbliebenen von gefundenen Gebeinen. Neben Erfolgen wie einer Entschuldigung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Tansania gibt es aber für alle Beteiligten auch immer wieder Rückschläge. Manche Spuren verlaufen im Sand, bürokratische Hürden behindern die Suche. Bemerkenswert ist für uns als deutsches Publikum vor allem die Erzählperspektive des Films: Sie versetzt uns nach Tansania und blickt von dort in Richtung Deutschland. So arbeitet der Film gegen ein Vergessen der deutschen Kolonialherrschaft, verdeutlicht aber vor allem die Hoffnungen, Sorgen und Wünsche der heutigen Generation in Tansania und dient uns gleichzeitig als Aufforderung, mehr zu tun.

Von Nils Menrad

Cece Mlay
Cece Mlay schätzt den gemeinschaftlichen Aspekt des Filmemachens. Sie arbeitet derzeit als Regieassistentin und Creative Supervisor bei Kijiweni Productions. Sie hat Arbeitserfahrung in verschiedenen Gewerken der Filmproduktion und arbeitet mit Künstler:innen unterschiedlicher Disziplinen und Hintergründe sowohl bei tansanischen als auch internationalen Produktionen zusammen. Thematisch wagen ihre Geschichten einen kritischen und ehrlichen Blick auf soziale, politische und historische Zusammenhänge. Cece Mlays Arbeiten reichen von TV-Serien, preisgekrönten Kurz- und Langfilmen bis zu Dokumentarfilmen: „Siri ya Mtungi“(2013–14), „Shoe Shine“(2014), „Aisha“(2016), „Vuta N’Kuvute“(2021), „Apostles of Cinema“(2023). Sie lebt in Dar es Salaam, Tansania.

Agnes Lisa Wegner
Agnes Lisa Wegner hat Amerikanistik und Filmwissenschaft an der FU Berlin und African-American Studies an der Harvard University studiert. Anschließend hat sie einige Jahre für Menschenrechtsorganisationen (Pro Asyl e.V., Forum Menschenrechte e.V.) gearbeitet, bevor sie sich 2013 als Autorin und Regisseurin selbständig machte. Seitdem hat sie Dokumentarfilme entwickelt und umgesetzt, die auf internationalen Filmfestivals, im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen und auf Netflix Europe gelaufen sind. Agnes Lisa Wegners preisgekrönte Dokumentarfilme – darunter "König Bansah und seine Tochter" (2020), "Das Mädchen mit den langen Haaren" (2019) und "No Fucking Ice Cream" (2018) – sind geprägt von ihrer intensiven Beschäftigung mit Themen wie Diskriminierung, Rassismus, Menschenrechte und Solidarität. Sie lebt in Mannheim.

Cece Mlay
Cece Mlay schätzt den gemeinschaftlichen Aspekt des Filmemachens. Sie arbeitet derzeit als Regieassistentin und Creative Supervisor bei Kijiweni Productions. Sie hat Arbeitserfahrung in verschiedenen Gewerken der Filmproduktion und arbeitet mit Künstler:innen unterschiedlicher Disziplinen und Hintergründe sowohl bei tansanischen als auch internationalen Produktionen zusammen. Thematisch wagen ihre Geschichten einen kritischen und ehrlichen Blick auf soziale, politische und historische Zusammenhänge. Cece Mlays Arbeiten reichen von TV-Serien, preisgekrönten Kurz- und Langfilmen bis zu Dokumentarfilmen: „Siri ya Mtungi“(2013–14), „Shoe Shine“(2014), „Aisha“(2016), „Vuta N’Kuvute“(2021), „Apostles of Cinema“(2023). Sie lebt in Dar es Salaam, Tansania.

Agnes Lisa Wegner
Agnes Lisa Wegner hat Amerikanistik und Filmwissenschaft an der FU Berlin und African-American Studies an der Harvard University studiert. Anschließend hat sie einige Jahre für Menschenrechtsorganisationen (Pro Asyl e.V., Forum Menschenrechte e.V.) gearbeitet, bevor sie sich 2013 als Autorin und Regisseurin selbständig machte. Seitdem hat sie Dokumentarfilme entwickelt und umgesetzt, die auf internationalen Filmfestivals, im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen und auf Netflix Europe gelaufen sind. Agnes Lisa Wegners preisgekrönte Dokumentarfilme – darunter "König Bansah und seine Tochter" (2020), "Das Mädchen mit den langen Haaren" (2019) und "No Fucking Ice Cream" (2018) – sind geprägt von ihrer intensiven Beschäftigung mit Themen wie Diskriminierung, Rassismus, Menschenrechte und Solidarität. Sie lebt in Mannheim.