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Bruderliebe

von Julia Horn

Markus Becker wird als Fußgänger nach einem Zusammenprall mit einem Auto so schwer verletzt, dass nur wenige an ein Überleben des 45-Jährigen glauben. Die eigene Familie ist zwiegespalten: der Vater, der bereits nach einer letzten Ruhestätte sucht, auf der einen Seite und auf der anderen Seite Markus’ Bruder Michael, der ihn nicht aufgeben möchte und um sein Leben kämpft. Seine DV-Kamera und Aufnahmen von Nachbarn, der Wohnung und anderen wichtigen Orten des gemeinsamen Lebens dienen ihm als Brücke zum Bruder, der schwer verletzt scheinbar ohne Bewusstsein im Wachkoma liegt. Er entscheidet sich dafür, die Pflege des Bruders zu übernehmen und geht dabei sehr behutsam, geduldig und äußerst kreativ vor. Die Kamera immer dabei, als Dokumentationsmittel des langsamen Fortschritts und der Verbesserung, aber auch der Verzweiflung und Hilflosigkeit, wenn sie jene Momente festhält, wo eigene Zweifel wachsen und die Angst vor dem Scheitern aufscheint. Die Aufgabe, seinen Bruder zu pflegen, lässt Michael das eigene Wohl vergessen und so betreut er ihn Tag und Nacht mit wenigen Ausnahmen. Julia Horn begleitete die Geschichte von Michael, Markus und seiner Familie über zehn Jahre mit der Kamera und endet bei Fragen wie: Was tun wir aus Liebe? Wie weit gehen wir? Wie gelingt Kommunikation auch jenseits von Sprache?
Von Carmen Beckenbach

Diese Arbeit wurden beim dokKa Festival 2019 präsentiert:
31.05.2019 14:30 Uhr

Das Gespräch mit Diskussion zur Arbeit:
https://dokublog.de/audio/4361

  • Titel: Bruderliebe
  • Von: Julia Horn
  • Sprachen: Deutsch
  • Produktionsland: Deutschland
  • Länge: 106 Min.
  • Untertitel: Keine