Mittwoch 24.05.2017

19:00 Uhr
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
Eröffnung des 4. Karlsruher Dokumentarfestivals mit Sektempfang im Foyer. Zur Begrüßung sprechen die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Karlsruhe, Susanne Asche und Festivalleiter Nils Menrad. Anschließend folgt der Eröffnungsfilm. Wie geht man damit um, wenn für den eigenen Bruder statt dem Berliner Nachtleben plötzlich nur noch Allah an erster Stelle steht? Elí Roland Sachs begleitet seinen Bruder mit der Kamera auf seiner Sinnsuche. Wie reagieren Freunde und Verwandtschaft mit der Situation um? Sind ihm seine persönlichen Beziehungen zu Freunden und Familie auf einmal wirklich weniger wert als dieser Glaube? Weiter ...

Donnerstag 25.05.2017

11:00 Uhr
Extra - Kinemathek Karlsruhe
Mit dem Karlsruher Fenster präsentiert das Festival Filmemacher, Projekte und Arbeiten aus Karlsruhe und der Region. In diesem Jahr zeigen wir einen Film der Hochschule für Gestaltung über eine Straße in der Karlsruher Südstadt und den dort ansässigen Geschäften, Einrichtungen und lebenden und arbeitenden Menschen. Regisseurin Marie Falke filmt ihre Nachbarn in der „Marienstrasse“: den Schuhmacher, den Kirchenorganisten, die Missionare einer Bibelschule, den Tabakverkäufer, die Ballettlehrerin, die französische Bildhauerin, den indischen Koch. Manche kennen einander, manche kennen Marie. Sofern sie eine offene Tür zur Straße haben, wird ihr Porträt aufgenommen. Der Film gestaltet sich in aufeinanderfolgenden Kapiteln, deren Protagonisten nichts weiter gemeinsam haben, als in der Marienstraße zu wohnen – genauso wie die Regisseurin und Kamerafrau Marie. In der nacheinander folgenden Aufzählung der unterschiedlichen Orte und ihrer Protagonisten wird nach und nach eine Recherche über die Menschlichkeit offenbart. Ein Film der von Alltag und Arbeit, Verzweiflung und Hoffnung sowie vom Altern erzählt. Weiter ...
14:30 Uhr
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
Wie lebt es sich als Flüchtling in einer bayrischen Alpenidylle wie Berchtesgaden? Wie fühlt es sich an, wenn die neue Heimat ein ausgemustertes Ausflugshotel ist, das titelgebende „Café Waldluft”? Wie gestaltet sich das Miteinander nicht nur in dem Hotel, sondern auch in der Gemeinde? Wie reagieren Einheimische auf die neu Hinzugekommen? Der Regisseur Matthias Koßmehl fasst sein Interesse wie folgt zusammen: „Während ich den Ort mit seinen fremden Besuchern und eigenartigen Begegnungen entdeckte, entdeckte ich auch mehr und mehr eine Arte Utopie. In all den Diskussionen über den Zustrom der Flüchtlinge schienen die Fragen nach der Situationsbewältigung und der Integration eine unlösbare Herausforderung. Einen solchen Platz der Menschlichkeit zu finden, der zeigt, wie einfach es sein könnte und welch unkonventionellen Wege die Leute jenseits jedweder Politik finden, war überwältigend.“ Weiter ...
17:00 Uhr
Hördokumentation - Kinemathek Karlsruhe
Das Feature dokumentiert eine Geschlechtsangleichung von Frau zu Mann. Am Anfang hören wir Kitty mit einer weiblichen Stimme, dann beginnt die Hormontherapie. Später lässt sich Remco, wie "er" sich nun nennt, die Brüste abnehmen und seine Stimme ist männlich geworden. Die Entwicklung habe ich zweieinhalb Jahren mit Tonaufnahmen und in Form eines persönlichen Tagebuchs begleitet. Gespräche mit den Eltern und der alten Sandkastenfreundin runden die Geschichte ab. Weiter ...
19:00 Uhr
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
Leyla, eine junge Frau aus Deutschland, wird mit 26 Jahren zur jüngsten Bürgermeisterin der Türkei gewählt. Sie erhält 81 % der Stimmen der Bürger ihrer Heimatstadt Cizre, die sie mit fünf Jahren verlassen mußte. Die Stadt ist eine Kurdenhochburg und liegt nahe der syrisch-irakischen Grenze. ihr Vater wurde bei einem Gefecht mit dem türkischen Militär getötet. Ihr Ziel als Bürgermeisterin ist es, die zerstörte Stadt zu sanieren und zu verschönern. Sie wird als die heimgekehrte verlorene Tochter begrüßt und ist allseits beliebt. Doch im Zuge der Parlamentswahlen in der Türkei im Juni 2015, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Türkische Soldaten rücken mit schwerem Gerät auf Cizre vor, Leyla muß untertauchen. Die Erinnerungen an das Schicksal ihres Vaters holen sie ein. Weiter ...
21:15 Uhr
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
Venusia untersucht die Beziehung zwischen Lisa, der Bordellwirtin des luxeriösen “Le Vénusia” in Genf und der langjährigen Angestellten und einzigen Freundin Lena, eine Prostituierte, die genauso unberechenbar wie faul wirkt. Während Lisa Geldprobleme hat, die sie mit Disziplin und Arbeit zu lösen gedenkt, träumt Lena vor allem davon, gar nicht mehr arbeiten zu müssen und weg zu gehen. Abend für Abend sitzen die beiden in ihren Sesseln, rauchen, reden und warten auf Kundschaft. Sie werden hierbei stets aus der gleichen Kameraposition aufgenommen. Konflikte und Alltagssorgen, verlorene Träume und Hoffnungen ziehen sich durch ihre Gespräche und zeigen uns eine Beziehung welche Zärtlichkeit und Grausamkeit vereint. Weiter ...
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
dult Babys sind erwachsene Männer die eine Art Fetisch für das Dasein als Kleinkind haben. Sven (23), Mike (33) und Thomas (62) sind erwachsene Babys, sie leben ihre Sehnsucht nach unverstellter Nähe und Zuflucht aus. Sie ziehen sich Windeln und Babykleidung an, treffen sich zum gemeinsamen Spielen oder lassen sich füttern. Kuscheln, Bauklötzer und Stofftiere, immer wieder die Flasche und Gute-Nacht-Geschichten. Schnell wird bei ihren Spielen klar, dass Sex zunehmend unwichtig wird, und so mündet eine Reise der Erkundung und des Zeigens von Körperlichkeit vorerst in einer Rückbesinnung auf Kindlichkeit, bis hin zur Asexualität. Die Sehnsucht, wieder klein zu sein, wird als ein Weg der Lebensgestaltung gezeigt. Sie beschert den Protagonisten in ihren intimen Beziehungen Komplikationen sowie die Notwendigkeit von abgesprochenen Rollenspielen. Weiter ...

Freitag 26.05.2017

15:30 Uhr
Installation - Off Location
Ein Testimonial ist eine authentische Kundenrezension, zum Beispiel in Form einer persönlichen Besprechung und wird von Marketingexperten als eine der effektivsten Maßnahmen der Vermarktung angesehen. Glaubwürdigkeit und eine ehrliche Einschätzung erhoffen sich jene, die die Testimonials lesen und anschauen. Die wenigsten machen sich die Mühe und hinterfragen die Authentizität des Werbenden und seiner Botschaft. Dieser Aspekt tritt gesellschaftlich immer mehr in den Vordergrund, denkt man an die Diskussionen über Social-Bots oder Fake-Accounts bei Politikern oder macht sich bewusst, welchen Beitrag sogenannte Fake-News zur Stimmungslage einer Nation leisten. Ralph Schulz gab Testimonials für ein Kunstwerk bei US-amerikanischen Anbietern in Auftrag. Vor weißem Hintergrund, aus der lauschigen Ecke eines Balkons oder aus einem Auto heraus berichten nun „normale“ Menschen oder selbsternannte Expertinnen und Experten von einem Kunstwerk und dessen ultimativem und absolut umwerfenden Charakter. Die Aneinanderreihung dieser scheinbar so authentischen Einschätzungen hinterfragt die Strategien der Werbeindustrie und den Wahrheitsgehalt von Informationen. Weiter ...
17:00 Uhr
Hördokumentation - Kinemathek Karlsruhe
Seit Ford und Taylor die Massenproduktion ins Leben riefen und optimierten, verrichten Arbeiter an Fließbändern abstrakte Tätigkeiten. Heute sind es wechselnde Schichtdienste im Dienstleistungsbereich, die den Takt von Leben und Arbeit vorgeben. Fragwürdige Mitarbeitermotivationen und Repressionen bei Nichterreichung von Leistungszielen oder abstrakter Kennzahlen erhöhen den Druck. Wie erleben Arbeitnehmern heute ihren Job, was denken, fühlen sie? Die Autorin war selbst zwei Jahre lang im hocheffizienten Versandhandel tätig und kann eigene Erfahrungen einbringen in ihr akustisch aufregendes Spiel von Stimmen, Interviews, Geräuschen und Musik. Weiter ...
19:00 Uhr
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
Über 3200 km erstreckt sich die Grenze zwischen Mexiko und den USA. Der dazugehörige Grenzzaun hat derzeit eine Länge von 1100 km. In der Grenzwüste sterben fast täglich Menschen, die versuchen, durch die unwirtliche Landschaft ihren Weg in die USA zu finden. Zudem ist die Grenze auch als Handelsroute für illegale Drogen und Waffen bekannt. Seit dem Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl in den USA ist diese Grenze und die von Donald Trump geforderte Errichtung einer effektiveren Mauer ein immer wiederkehrendes Thema. Im Frühjahr 2015 reiste Gudrun Gruber in das Gebiet und begleitete Einheimische, NGOs und paramilitärische Organisationen/Einheiten auf ihren Wegen durch das Grenzgebiet. Die angespannte Lage im Grenzland hat die Einwohner auf Seiten der USA längst in zwei Lager gespalten. Das gemeinsame Leben ist von Misstrauen und Angst geprägt. Die einen verlangen noch mehr Grenzsicherheit, die anderen fordern mehr humanitäre Hilfe. Welcher Weg ist der richtige? Weiter ...
21:15 Uhr
Hördokumentation - Kinemathek Karlsruhe
Februar 2015. Joachim steht am türkisch-syrischen Grenzort Elbeyli, in Sichtweite zur bombardierten Stadt Kobane und brüllt verzweifelt in sein Telefon. Er versucht seine beiden Söhne Mike (19) und Klaus (23) zu überreden, mit ihm nach Deutschland zurückzukehren. Es ist das vorerst letzte Mal, dass der 51jährige ihre Stimmen hört - verzerrt und hysterisch. Wenig später taucht ein Video auf: Mike und Klaus posieren darin unter schwarzer DAESH-Fahne mit einer automatischen Waffe und erklären ihren Vater zum Feind. Joachim gibt seine Söhne nicht auf, trotz der Lossagung und trotz der Gefahren des Bürgerkriegs, sucht er in Syrien unbeirrt nach ihnen weiter. Weiter ...

Samstag 27.05.2017

10:00 Uhr
Extra - Kinemathek Karlsruhe + dokKa Zelt
Branchentreff und Frühstück mit der AG DOK Südwest Mitglieder des Branchenverbandes präsentieren sich und ihre Arbeiten im Kino. Anschließend lädt die AG DOK Südwest zum Frühstück und Netzwerktreffen ins dokKa Zelt. Weiter ...
13:30 Uhr
Extra - Kanzlei Arfmann
Crowdfunding ist eine relative neue Form der Finanzierung von Projekten und Unternehmen, die sich derzeit weltweit in einem rasanten Wachstum befindet. Die Besonderheiten im Filmbereich sind hier ebenso Thema. Anschließend besteht die Möglichkeit eigene Projekte zu besprechen und zu diskutieren. Weiter ...
15:30 Uhr
Installation - Offlocation
Mit einem unguten Gefühl fallen die Blicke vor der anstehenden Bundestagswahl 2017 auf die sozialen Medien. Im Zeitalter von Fake-News, Social Bots und einer gefühlten Übermacht schneller und oftmals verkürzter Meldungen überflutet uns die Arbeit von Marc Lee in einer räumlichen Installation mit genau diesen. Die Online-Arbeit durchsucht Twitter, Instagram und YouTube nach Schlagworten des bevorstehenden Wahlkampfs, sortiert Tweets und Videos, filtert Bilder und Posts aus Instagram um all das in einer Echtzeitmontage zu präsentieren. Weiter ...
17:00 Uhr
Hördokumentation - Kinemathek Karlsruhe
Verschwörungstheorien boomen. Im Netz gibt es unzählige Blogs, Seiten und Foren, in denen sie diskutiert werden. Aber wie funktionieren sie? Die Autoren starten einen Selbstversuch und erfinden die Rauchmelderverschwörung: In beinahe jedem Bundesland sind Eigentümer verpflichtet, ihre Wohnungen und Häuser mit Rauchmeldern auszustatten. Sie behaupten nun, daß diese Abhöranlagen enthielten und stellen ein entsprechendes Video ins Netz. Während sie warten, ob ihnen jemand glaubt, recherchieren die Autoren in der Szene, in der die merkwürdigsten Theorien kreisen: Echsenmenschen hätten Regierungen unterwandert. Die Erde sei leider doch eine Scheibe. Und die Kondensstreifen am Himmel seien absichtlich versprühte Giftwolken. Als sie sich aber dem Gebiet politischer fake news nähern hört der Spaß für sie auf. Weiter ...
19:00 Uhr
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
Rudolf Elmer ist ein erfolgreicher Banker, der in der angesehenen Schweizer Privatbank Julius Bär eine steile Karriere durchläuft und schließlich auf den Cayman-Inseln im Offshore-Geschäft arbeitet. Zunehmend kommen ihm Zweifel an seinem Tun, die ihn schließlich zum Whistleblower werden lassen, der die Mechanismen des Offshore-Bankenhandels offenlegt. Elmer wird von der Bank wegen Verletzung des Bankgeheimnisses angeklagt. Bank, Justiz und fast alle Schweizer Medien– gehen gnadenlos gegen den «Nestbeschmutzer» vor. In einer Zeit, in der das Schweizer Bankgeheimnis auf internationalen Druck hin aufgeweicht und aufgelöst wird, wird ihm ein Prozess gemacht, an dem er beinahe zerbricht. Der linke Filmemacher Werner „Swiss“ Schweizer ist etwa gleich alt wie Elmer, hat aber einen gänzlich anderen Lebensweg eingeschlagen. Sein persönlicher Blick verleiht der ohnehin spannenden Geschichte zusätzliche Würze. Weiter ...
21:15 Uhr
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
Vreme findet in einem abgelegenen Dorf statt, dessen Bewohner noch den Geist alter Zeiten mit sich tragen. Aber auch sie können sich dem Alterungsprozess nicht entziehen. Wald-straßen werden schmaler und man kommt fast nicht mehr durch das Rispengras. Bäume wachsen durch die Dächer vereinsamter Häuser. Die 87-jährige Vida hat ihre Familienmitglieder bereits vor langer Zeit verloren. Sie hat bereits ihren eigenen Grabstein und ihre Garderobe für die andere Welt vorbereitet. Ihre tägliche Routine ändert sich schlagartig, als ihr eine Nachbarin die Ankunft eines außergewöhnlichen Gasts prophezeit. Sie ist bereit für diesen letzten Gast, der sie mit sich nimmt, so glaubt sie. Im gleichen fern abgelegenen Dorf im Balkangebirge erlebt der junge Slavoljub eine außergewöhnliche Anziehung zur gleichaltrigen Vladana. Der Film vermischt naturverbundene Alltagsbeobachtungen und mystische Traumwelten. »Mit diesem Film versuche ich, Leben und Tod zu verstehen, indem ich Zeit als eine Verbindung zwischen den beiden behandle. Zuerst sah ich meinen Film als eine Feier des Lebens. Später wurde er mehr ein Nachsinnen über den Tod, ein Instrument, welches Altes beseitigt, um Neuem den Weg zu bahnen. Wo auch immer wir hingehen, wir teilen den Tod als unseren letzten Halt.« (Dragana Jovanovic) Weiter ...
22:15 Uhr
Extra - iuno Bar
Die dokKa Festivalparty findet in der iuno Bar am Werderplatz statt. An den Plattentellern steht DJ MONSIEUR.U und DJ FRITZ HD - das Festival feiert seine vierte Ausgabe. Eintritt frei. Weiter ...

Sonntag 28.05.2017

11:00 Uhr
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
Der Spitzenkandidat der AfD Baden-Württemberg, Jörg Meuthen, tritt 2016 zur Landtagswahl in Baden-Württemberg an und die Kamera ist – überraschenderweise – dabei. Die Einstellung der AfD zu den Medien ist bekannt, das Wort „Lügenpresse“ fällt oft, dennoch ließ sich Meuthen von der Kamera begleiten. Sie filmt ihn bei seinen Auftritten, zeigt ihn in der Diskussion mit anderen Politikern und im Gespräch mit Bürgern und Sympathisanten auf der Straße. Sie ist dabei, wenn er von einem Wahlkampfort zum nächsten chauffiert wird und über seinen politischen Alltag plaudert. Sie begleitet ihn beim Bundesparteitag der AfD in Stuttgart mit seinen Bundesgenossinnen und -genossen, im trauten Kreis mit den rechtspopulistischen Vertretern und Vertreterinnen seiner Partei. Wie nahe kommt man dem Populisten Jörg Meuthen in einem Dokumentarfilm, dem vermeintlich netten und ungefährlichen Wirtschaftsliberalen, der im Wahlkampf die Aussagen seiner Partei und deren Spitzenpolitikern bewusst relativiert und verharmlost? Weiter ...
13:30 Uhr
Hördokumentation - Kinemathek Karlsruhe
Schon mal das Gift des Scheiterns in den Adern gespürt? Wenn man unbedingt etwas erreichen will und es dann nicht schafft? Was das Scheitern betrifft, sind doch eigentlich alle Experten, die Autorin selbst mit eingeschlossen. Das Wort Scheitern hat eine seltsame Ursprungsbedeutung, es kommt von dem Scheitern eines Schiffes, das in seine Scheite zerfällt: Ein Schiff, das sich auf offener See in seine Planken auseinanderlegt und untergeht. In unserer Gesellschaft gilt das Scheitern als Synonym für Versagen. Wenn man z.B. beruflich ein Vorhaben nicht verwirklicht, hat man versagt, ist beruflich gescheitert. Selbst der liebe Gott erlebt sich als scheiternd und das Alte Testament scheint geradezu ein Kompendium des Scheiterns zu sein. Aber wer ist nun eigentlich gescheitert? Ist Gott gescheitert, ist ein zu langsamer Schneider gescheitert, ist ein Hartz IV Empfänger ein Gescheiterter? Geschichten vom Scheitern werden im Hörspiel archiviert und katalogisiert: ein Institut zur Aneignung und Nachhaltigkeit des Scheiterns, ein Ort der Zuflucht für alle Scheiternde. Weiter ...
15:30 Uhr
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
Die deutsche Kinolandschaft befindet sich im Umbruch und 66 Kinos begibt sich auf einer Spurensuche quer durch Deutschland. Digitalisierung, Zuschauerschwund und wandelnde Sehgewohnheiten sind nur einige der Herausforderungen mit denen vor allem kommunale und kleinere Kinobetreiber heute zu kämpfen haben. Ein vielfältiger Blick hinter die Kulissen der Filmtheater. Weiter ...
18:00 Uhr
Dokumentarfilm - Kinemathek Karlsruhe
Hätte ich etwas tun können? Hätte ich den frühen Tod verhindern können? Diese Frage, stellen sich viele, die viel zu früh einen nahen Menschen verloren haben, so wie der Regisseur Ivo Zen. Sein langjähriger Jugendfreund Martin Felix starb mit 34 Jahren an Drogensucht. Im Film verwebt Ivo eigene Super-8-Aufnahmen von früher mit Tagebuchtexten von Martin, Fragmente einer unfruchtbaren Suche nach Freiheit, Liebe und Freundschaft. Diese von Freunden und Bekannten vorgelesenen Tagebucheinträge lassen Martin als einen intelligenten, sensiblen und unsicheren jungen Mann erscheinen, der gleichzeitig glaubt besser als die anderen zu sein. Diese Überheblichkeit ist gepaart mit der Unfähigkeit, soliden Boden im Leben zu gewinnen. Martin ist stolz, als er es schafft Rauschgift zu schmuggeln und zelebriert seinen Drogenkonsum exzessiv. Im Film oszilliert die aktuelle Suche nach dem verlorenen Freund mit dem Eintauchen in die Welt als Jugendliche. Während Martin sein Tagebuch schreibt, filmt Ivo Zen auf Super-8. Für beide ist es ein überlebenswichtiges Vehikel um auszubrechen aus einer von Wohlstand und Durchschnittlichkeit geprägten Gesellschaft. Vergangenheit und Gegenwart werden zu einer ergreifend intimen und zuweilen traumartigen Einheit verwebt. Musik, Stimmen und Super-8-Aufnahmen verdichten sich zu einem Stimmungsspiegel, in welcher Verweigerung und Selbstzerstörung etwas Verlockendes haben. Weiter ...
20:30 Uhr
Extra - Kinemathek Karlsruhe
Die letzte dokKa Veranstaltung bietet gleich drei Programmpunkte in einer Veranstaltung. Zuerst werden die Nominierten des Kurzdokuwettbewerbs präsentiert und der Gewinner gekürt. Anschließend vergibt die dokKa Jury die Preise des Festivals und zum Abschluss wird der Gewinnerfilm nochmals präsentiert. Weiter ...