Der Förderpreis wird 2026 erstmals beim dokKa-Festival verliehen und ist mit 1.500 Euro dotiert. Er wurde zum Andenken an Uschi und Bernhard Burger, die dem Festival über viele Jahre hinweg auch als Fördermitglied verbunden waren, von der Familie Burger gestiftet. Mit großer Begeisterung unterstützten Uschi und Bernhard Burger den künstlerischen Nachwuchses und das kulturelle Leben in Karlsruhe. Der Förderpreis setzt ihr Engagement für junge und aufstrebende künstlerische Positionen fort und wird am Eröffnungsabend des Festivals vergeben.
Was uns an diesem Film besonders überzeugt und beeindruckt hat, ist der abwechslungsreiche und innovative Einsatz der filmischen Mittel. Zeichnungen, Animationen, Interviews, Archivmaterial und Tondokumente werden zu einer vielstimmigen Komposition verwoben. Jelena Ilić legt mit ihrem Debütfilm „Eine Krankheit wie ein Gedicht“ eine Arbeit vor, die in ihrer filmischen Konsequenz und persönlichen Tiefe außerordentlich überzeugt. Ein zentrales Element des Films bilden Zeichnungen aus einem gemeinsamen Skizzenbuch der Filmemacherin und ihres Vaters. Diese Zeichnungen werden dabei nicht bloß dokumentiert, sondern selbst zum filmischen Material. Für die Produktion wurden diese animiert und lassen uns so unmittelbar an dem bildhaften Dialog über die unterschiedlichen Gedanken und Gefühle teilhaben. Über drei Jahre hat Ilić mit ihrem Vater gedreht und sich diesen Begegnungen mit offenen Augen gestellt. Am Anfang steht der kranke, unberechenbare Mann, der im Verlauf des Films zum Vater und Co-Autor des Films wird. Sowohl durch ihre künstlerische Qualität als auch durch ihre Originalität überzeugt „Eine Krankheit wie ein Gedicht“ auf ganzer Linie: Der Film hat eine starke, unverwechselbare Handschrift, weshalb wir ihn mit dem „dokKa-Förderpreis Uschi und Bernhard Burger“ 2026 auszeichnen.
Eine Jury wählt aus den präsentierten Hördokumentationen eine Produktion zur Ausstrahlung und Honorierung auf SWR Kultur aus. Der Preis wird von SWR Kultur gestiftet und am Eröffnungsabend des Festivals verliehen. Das Preisträgerstück wird am 22. Mai um 15:05 auf SWR Kultur ausgestrahlt.
Wenig passt zu einem Audiofeature besser als eine Reflexion über die Grundlagen von dessen Rezeption: das Hören. „Im Ohr der Landschaft“ lädt die Zuhörer*innen dazu ein, in die Welt der tauben Dichterin Josephine Dickinson einzutauchen und zugleich das eigene Hörverhalten zu hinterfragen: Was und wie hören wir? Was ist überhaupt Hören? Vielfältig und atmosphärisch verschränkt Ludwig Berger O-Töne, Field Recordings und gesprochene Texte Josephine Dickinsons zu einem eindrucksvollen Künstlerinnenporträt, das sich der Poetin mit großer Offenheit und Zugewandtheit nähert. „Im Ohr der Landschaft“ macht Lust, dem Autor und Dickinson zu folgen, die dank eines Cochlea-Implantats das Hören neu entdeckt hat: intim, individuell und multisensuell. Bergers Feature und seine Protagonistin lassen uns diesen hochsensiblen Sinn mit neuen Augen sehen und laden dazu ein, sich auf eine Langsamkeit einzulassen, durch die erst achtsames Zuhören möglich wird. Eine Fähigkeit, die in Zeiten dauerhafter Reizüberflutung, politischer Spaltung und des Ringens um Aufmerksamkeit wichtiger ist denn je.