Was an Empfindsamkeit bleibt

Daniela Magnani Hüller

Dokumentarfilm

  • Sprachen: Deutsch, Portugiesisch
  • Produktionsland: Deutschland
  • Länge: 90
  • 15. Mai
  • 17:30 H
  • Kinemathek Karlsruhe
Ticket

t Gespräch in der Kinemathek Karlsruhe mit
Daniela Magnani Hüller

Was an Empfindsamkeit bleibt
Foto: Bildersturm Filmproduktion

Vor vierzehn Jahren überlebte die Filmemacherin einen durch einen Mitschüler verübten Mordversuch auf sie. In ihrem autobiografischen Dokumentarfilmdebüt sucht sie nach einer Verarbeitung des Femizids und kehrt zu den Menschen von damals zurück. Sie möchte wissen, wie es dazu kommen konnte, wie die Tat wahrgenommen wurde und welchen Schutz es für sie gibt, jetzt, da der Täter aus der Haft entlassen wurde. Sie spricht u. a. mit einer ehemaligen Lehrerin, einer früheren Mitschülerin, einer Kommissarin und einem Rechtsspezialisten; sie stellt konfrontative und ehrliche Fragen. Dabei wird klar: Femizid ist ein Problem unseres patriarchal verkrusteten Systems, in dem keiner verantwortlich ist, niemand sich befugt fühlt einzugreifen, und in dem das Gesetz bestimmte Dinge einfach nicht vorsieht. Wenn sie morgens so viel Zeit im Bad verbringe, um sich für die Schule hübsch zu machen, sei es doch kein Wunder. Das sagte damals ihre Mutter. Und Magnani Hüller erinnert sich: Nachdem dem Mordversuch, floh der Täter, und drei nächtliche Passant*innen, zwei Männer und eine Frau, die sie blutüberströmt um Hilfe bat, gingen weiter. „Und trotzdem möchte ich dich um eins bitten: dass du den Glauben an die Menschen nicht verlierst.“ Dieser Satz eines Polizisten, der sie besuchte, als sie im Krankenhaus erwachte, hat der Regisseurin geholfen, das Erfahrene zu verkraften. Und schlussendlich auch Zuversicht und den Sinn für Humor zu bewahren. Eine beeindruckende filmische Suche, in der eine stärkende Perspektive gelingt.

Von Christine Reeh-Peters

Daniela Magnani Hüller
Die deutsch-brasilianische Filmemacherin Daniela Magnani Hüller wurde 1995 in München geboren. Sie absolvierte ein B.A.-Studium Medien und Kommunikation in Passau und studiert seit 2019 Dokumentarfilmregie an der HFF München. Ihre Kurzfilme als Autorin, Regisseurin und Editorin wurden auf internationalen Festivals gezeigt. 2023 gewann sie den DOK.Talent Award beim DOK.fest München für den Pitch ihres Debütprojektes. "Was an Empfindsamkeit bleibt" feierte auf der Berlinale 2026 seine Weltpremiere.

Foto: Bildersturm Filmproduktion
Foto: Bildersturm Filmproduktion
Foto: Bildersturm Filmproduktion

Daniela Magnani Hüller
Die deutsch-brasilianische Filmemacherin Daniela Magnani Hüller wurde 1995 in München geboren. Sie absolvierte ein B.A.-Studium Medien und Kommunikation in Passau und studiert seit 2019 Dokumentarfilmregie an der HFF München. Ihre Kurzfilme als Autorin, Regisseurin und Editorin wurden auf internationalen Festivals gezeigt. 2023 gewann sie den DOK.Talent Award beim DOK.fest München für den Pitch ihres Debütprojektes. "Was an Empfindsamkeit bleibt" feierte auf der Berlinale 2026 seine Weltpremiere.