Steffi Wassermann und Erika Harzer
Hördokumentation
Die Hördokumentation „Unsere Asche wird weiter brennen“ behandelt den Brandanschlag in Lübeck 1996: Am 18. Januar 1996 sterben sieben Kinder und drei Erwachsene bei einem Brand in einer Geflüchtetenunterkunft. Die Produktion erzählt die Ereignisse aus Sicht der Betroffenen. Zu hören sind Überlebende und Angehörige wie Ottodzo Dope (Marie) Agonglovi, Ray Sossou, Esperança Bunga und Adam Khalifi. Ihre Erinnerungen werden ergänzt durch Originalaufnahmen, darunter ein Notruf bei der Polizei. Im Haus in der Hafenstraße 52 lebten mehr als fünfzig Menschen; viele wurden verletzt, getrennt in Krankenhäuser gebracht und teils ohne Unterstützung verhört.
Die Dokumentation ordnet den Anschlag in die Welle neonazistischer Gewalt der 1990er Jahre ein und macht deutlich, dass rechter und rassistischer Terror kein Randphänomen ist. Zugleich zeigt sie, wie der Anschlag lange nicht als rassistisch benannt wurde. Überlebende berichten von Traumata, fehlender Unterstützung und prekären Lebensbedingungen nach der Tat.
Im Fokus stehen auch Ermittlungsfehler und die Kriminalisierung von Betroffenen. Trotz zahlreicher Spuren wurden die Täter nie ermittelt, die Verfahren 1999 eingestellt. „Wir wollen die Wahrheit erfahren“, sagt Ottodzo Dope (Marie) Agonglovi. Die Dokumentation stellt damit zentrale Fragen nach Erinnerung, Aufklärung und Gerechtigkeit – und danach, warum dieser Anschlag bis heute nicht abschließend aufgeklärt ist.
Steffi Wassermann
arbeitet im Menschenrechtsbereich und als freie Autorin mit einem Fokus auf Radio und Podcast. Zu ihren Themenschwerpunkten gehören Dekolonisierung, Aktivismus und Antirassismus.
Erika Harzer
Ausbildung zur Diplom-Sozialpädagogin. Autorin und Regisseurin zahlreicher Radiofeatures, Dokumentarfilme und Printreportagen. Ihr Feature „Wenn Kinder nur noch weg wollen“ (BR/Dlf/WDR 2015) wurde mit dem Peter Scholl-Latour Preis 2016 und dem Medienpreis 2016 der Kindernothilfe ausgezeichnet.
Steffi Wassermann
arbeitet im Menschenrechtsbereich und als freie Autorin mit einem Fokus auf Radio und Podcast. Zu ihren Themenschwerpunkten gehören Dekolonisierung, Aktivismus und Antirassismus.
Erika Harzer
Ausbildung zur Diplom-Sozialpädagogin. Autorin und Regisseurin zahlreicher Radiofeatures, Dokumentarfilme und Printreportagen. Ihr Feature „Wenn Kinder nur noch weg wollen“ (BR/Dlf/WDR 2015) wurde mit dem Peter Scholl-Latour Preis 2016 und dem Medienpreis 2016 der Kindernothilfe ausgezeichnet.