Sedimente

Laura Coppens

Dokumentarfilm

  • Sprachen: Deutsch
  • Produktionsland: Schweiz
  • Länge: 81
  • 17. Mai
  • 13:00 H
  • Kinemathek Karlsruhe
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Sedimente
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„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man allmählich zu schweigen aufhören.“ Dieses eine von mehreren Zitaten der DDR-Autorin Christa Wolf, die den Film wie Kapitelüberschriften durchziehen, beschreibt prägnant die Motivation der Regisseurin Laura Coppens, die Lebensgeschichte des eigenen Großvaters zu erzählen.
Sie beginnt mit den traumatischen Erfahrungen einer Kindheit in den letzten Weltkriegsjahren und führt über Studium und Familiengründung in der DDR auch zu den Schattenseiten der SED-Diktatur. Zwischen die Gespräche der beiden mischen sich historische und neue Super-8-Aufnahmen, Archivbilder und schließlich auch Auszüge aus der Stasi-Akte des Protagonisten. Wie schwer es sein kann, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen, zeigt sich dabei sowohl in den vorsichtig tastenden Fragen der Enkelin, als auch in den mal unverblümt offenen, mal ausweichenden oder aufgewühlten Reaktionen des Großvaters. Um so wichtiger erscheint es deshalb, sich dieser komplexen Aufgabe zu stellen - bevor es zu spät ist.
Die Regisseurin setzt ihrem Großvater mit diesem Film ein Denkmal, das es schafft, gleichzeitig einfühlsam und doch nie verklärend eine Biographie, die exemplarisch für viele Lebensgeschichten dieser Generation steht, zu erzählen.

Von Wolfram Lenz