Dino Hodic
Dokumentarfilm
Dreißig Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica begibt sich Dino Hodić auf eine intime Reise zu seinen Wurzeln. Als Kind vor dem Bosnienkrieg in die Schweiz geflohen, sucht er dort nach seiner verlorenen Heimat und den Leerstellen seiner Vergangenheit. Seine Suche verwebt sich mit der Geschichte des Überlebenden Hasan, die allmählich in den Vordergrund tritt und schließlich den Film bestimmt: Mit ruhiger, doch eindringlicher Stimme ruft Hasan die Stationen seiner Flucht wach – von der Gründung einer Familie im Krieg über das Scheitern des erhofften Schutzes bis zur Flucht durch die Wälder. Seine Schilderungen vermitteln die Unsicherheit und existenzielle Bedrohung dieser Flucht mit bemerkenswerter Unmittelbarkeit.
Hodić verbindet private Familienarchive, Archivmaterial und gegenwärtige Aufnahmen aus Bosnien zu einer Reflexion über Exil, Trauma und Erinnerung. Statt Gewaltbildern schafft der Film einen „Ort des Zuhörens“, in dem das Unsagbare durch subtile Montage und symbolische Rekonstruktionen erfahrbar wird. So wird aus individueller Zeugenschaft eine universelle Reflexion über Überleben, Verlust und die Verantwortung des Erinnerns.


