Dokumentarfilm
t Gespräch in der Kinemathek Karlsruhe mit
Rémi Pons
Inspiriert von einem Roman von B. Traven aus dem Jahr 1931 überträgt der Film die Figur des mexikanischen Fuhrmanns André auf die französische Gegenwart: Vier Lkw-Fahrer werden zum modernen Pendant des Karrenführers. Das Verhältnis zwischen Filmenden und Protagonisten ist dialogisch - der Fahrer aktiver Erzähler seiner Geschichte. Die Kamera bleibt bei ihnen, nimmt ihre Seite der Windschutzscheibe ein - statt Außenaufblicke lernen wir durch ihre Erfahrungen während der Fahrt, in Pausen und in der Schlafkabine.
"Les Vies d’Andrès" blickt somit hinter den anonymen Fluss der Lkws auf den Autobahnen und macht die dahinter sichtbar. Zugleich entsteht ein Bild von Industriedenken: Ein reibungsloser Ablauf um jeden Preis, die Nerven der Fahrer strapaziert. Die Rädchen in der Maschine werden doch bald als zentrale Stellschrauben einer Zivilisation erkennbar, deren fragile Pfeiler auf ihren Rücken ruhen - denn „ohne Transport keine Zivilisation“.
Was zunächst wie eine beobachtende Annäherung erscheint, geprägt von Straßenverläufen und Routinen, hebt Andrés Erzählung auf eine zweite Ebene. Sie wandelt die Fahrerkabine zur Projektionsfläche gesellschaftlicher und persönlicher Reflexion. Das Verhältnis zur Arbeit, die eigenen Fähigkeiten und Grenzen werden hinterfragt, Frust und Erschöpfung offen gespiegelt... ein Roadtrip ohne Truckerromantik.
Baptiste Janon
Baptiste Janon wurde 1981 in Albi (Frankreich) geboren. Nach einer Schauspielausbildung in Brüssel (Lassaad) studierte er Regie am IAD (Belgien), wo er 2008 mit den Filmen SUZANNE und PROCÉDURE D'ÉLOIGNEMENT seinen Abschluss machte. 2018 drehte er mit DERNIÈRE PÊCHE seinen ersten Dokumentarspielfilm, der auf RTBF und France Télévision ausgestrahlt wurde.
Rémi Pons
Rémi Pons wurde 1977 in Paris (Frankreich) geboren. Er studierte am INSAS im Fachbereich Regie und schloss sein Studium 2007 ab. Seitdem lebt und arbeitet er in Brüssel als Autor, Regisseur und Inszenator für Theater, Radio und Kino. Zu seinen wichtigsten Werken zählen: Radeaux dans la Montagne (2011), L’odeur (2014), Au pied de l’arbre (2016), (de)bris (2018) und Apnée (2022). Seit 2023 unterrichtet er einen Kurs zum Schreiben von Hörspieltexten im Masterstudiengang Radio am INSAS. Les vies d’Andrès ist der erste Dokumentarfilm, den er für das Kino realisiert.
Baptiste Janon
Baptiste Janon wurde 1981 in Albi (Frankreich) geboren. Nach einer Schauspielausbildung in Brüssel (Lassaad) studierte er Regie am IAD (Belgien), wo er 2008 mit den Filmen SUZANNE und PROCÉDURE D'ÉLOIGNEMENT seinen Abschluss machte. 2018 drehte er mit DERNIÈRE PÊCHE seinen ersten Dokumentarspielfilm, der auf RTBF und France Télévision ausgestrahlt wurde.
Rémi Pons
Rémi Pons wurde 1977 in Paris (Frankreich) geboren. Er studierte am INSAS im Fachbereich Regie und schloss sein Studium 2007 ab. Seitdem lebt und arbeitet er in Brüssel als Autor, Regisseur und Inszenator für Theater, Radio und Kino. Zu seinen wichtigsten Werken zählen: Radeaux dans la Montagne (2011), L’odeur (2014), Au pied de l’arbre (2016), (de)bris (2018) und Apnée (2022). Seit 2023 unterrichtet er einen Kurs zum Schreiben von Hörspieltexten im Masterstudiengang Radio am INSAS. Les vies d’Andrès ist der erste Dokumentarfilm, den er für das Kino realisiert.