Daniel Kötter
Dokumentarfilm
Der Film beginnt mit dem Bild eines gigantischen, gefährlich geneigten Baumes – ein stummes Vorzeichen für eine Welt im Ungleichgewicht. In hypnotischen, beinahe unmerklichen Übergängen bewegt sich Daniel Kötters Kamera durch die Wälder des Bergischen Landes, Indonesiens und der DR Kongo. Ohne geografische Markierungen verschmelzen diese Räume zu einer transnationalen Landschaft ökologischer und sozialer Verwundbarkeit. Basierend auf einer kollaborativen Recherche mit der Frauenrechtlerin Olande Byamungu sowie dem Instrumentenbauer und Musiker Ikbal Lubys entfaltet sich ein vielstimmiges Geflecht aus Märchen, Erinnerungen und Zeugnissen. Während Kötter die Menschen mit beobachtender Distanz betrachtet, erscheinen die Wälder selbst zunehmend als verletzliche Akteure mit eigener Präsenz und Zeitlichkeit. Erst allmählich offenbart Kukata Miti – „Abholzung“ – die globalen Zusammenhänge hinter gefällten Bäumen und gerodeten Landschaften.Dabei stellt Kukata Miti mit wachsender Dringlichkeit die Frage: Was macht einen Wald aus? Wem begegnen wir in ihm? Und wie lässt sich das Verhältnis zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren neu erzählen? So erweist sich der Film als essayistischer Dokumentarfilm, der den Wald als umkämpften Raum neuer Wahrnehmung und Erzählbarkeit erschließt.