Arndt Peltner
Hördokumentation
Das Bild einer bewusstlosen jungen Frau in den Armen eines amerikanischen Grenzpolizisten geht 1980 um die Welt. Sie ist die einzige Überlebende von 14 Migranten aus El Salvador, die in Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA einen Weg unvorstellbarer Strapazen auf sich genommen hatten und diesen - bis auf Dora Rodriguez - mit ihrem Leben bezahlten.
Ausgehend von dieser tragischen Fluchtgeschichte spannt Arndt Peltner in seinem Feature den Bogen zur heutigen Situation an der Grenze Arizonas zu Mexiko, wo noch immer unzählige Flüchtlinge in der Wüste verdursten. Neben Dora, die eindringlich ihre Geschichte von vor 45 Jahren erzählt, kommen Menschen zu Wort, die heute versuchen, solche Dramen zu verhindern. Ein Lokalpolizist, der auf der Suche nach Hilfsbedürftigen Patrouille fährt, Freiwillige, die Wasserstationen in der Wüste einrichten oder menschliche Überreste bergen, sowie ein Gerichtsmediziner, der versucht, diese zu identifizieren, um den Angehörigen wenigstens einen würdevollen Abschied zu ermöglichen. Dazwischen hört man immer wieder die oft hetzerischen und entmenschlichenden Phrasen der aktuellen US-Einwanderungspolitik.
So entsteht ein beklemmend dichtes Bild der Zustände im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet, das Trumps martialischer Mauer-Rhetorik menschliche Geschichten gegenüberstellt und so auch uns angesichts wachsenden Zuspruchs für ähnlich radikale Meinungen ein mahnendes Beispiel sein sollte.